Grüntee Ziehzeit

Grüntee Ziehzeit Information

 

„Grüntee gibt dem Körper Kraft, dem Geist Klarheit und der Seele Mut“

(Sprichwort aus Asien)

 

Nehmen Sie sich Zeit,

widmen Sie diesem einzigartig reinen Getränk ein wenig Aufmerksamkeit. Sie werden überrascht sein, wie unterschiedlich sich das Aroma von Grüntee entfaltet, wenn Sie die Zubereitung variieren. Kürzere Ziehzeit und stärker abgekühltes Wasser bewirken mehr Milde und Süße.  Längere Ziehzeit und heißeres Wasser lösen mehr Bitterstoffe; der Tee ist herber und kräftiger. Dann schmeckt er wie der „Nachgeschmack eines guten Rates“, sagen die Japaner.

 

Wasser – Temperatur

Bitte verwenden Sie gutes, kalkarmes Wasser. Bei hartem Wasser (über 10 Grad dt. Härte) kann der Tee mit Geschmacksveränderung reagieren.  Nehmen Sie dann einen Kalkfilter oder weiches Tafelwasser.

Das Wasser sollte sprudelnd aufkochen (dadurch wird es weicher) und anschließend auf  ca. 65oC – 80oC wieder abkühlen. Tipp: lassen Sie den Wasserkocher mit offenem Deckel etwa 5 Minuten stehen.

 

Die richtige Teemenge

Pro Tasse (150ml) nehmen Sie 1,5 – 2 Gramm Tee; das entspricht, je nach Teesorte, einem flachen bis leicht gehäuften Teelöffel.

Wählen Sie für Ihre Teezeit die richtige Kannengröße. Grüntee schmeckt frisch gebrüht am besten. Durch Warmhalten in einer Thermoskanne oder auf dem Stövchen verliert der Tee deutlich an Aroma.

Klassisch wird Tee mit zwei Kannen aufgegossen. Sie können dabei idealerweise das Wasser in einem kräftigen Strahl von oben auf die Teeblätter gießen. So können diese sich frei bewegen, und ihre Inhaltsstoffe an das Wasser abgeben. Dann durch ein Sieb in die zweite (vorgewärmte) Servierkanne umgießen.

 Möchten Sie lieber einen Filter verwenden, achten Sie auf ausreichende Größe. Die Blätter verdoppeln ihr Volumen während der Ziehzeit. Tee, der eingesperrt ist, erzählt wenig von seinem Geheimnis. Zur Auswahl stehen Filter aus ungebleichtem Papier, Baumwolle oder Edelstahl.

 

Ziehzeit

In den ersten 1 – 2 Minuten geht fast das gesamte Koffein in Lösung. Bei längerem Ziehenlassen lösen sich vermehrt Polyphenole, die die Aufnahme des Koffeins im Körper verzögern. Lang gezogener Tee ist somit weniger stark, aber über einen längeren Zeitraum anregend !!. Kurz gezogener Tee macht wach und fit.

Dabei wirkt das Koffein nicht über die Beschleunigung der Herztätigkeit auf den Kreislauf, sondern anregend auf die Gehirnfunktion und das Zentralnervensystem.

2 bis maximal 3 Minuten Ziehzeit ist ein empfehlenswerter Durchschnittswert für grünen Tee. Auf keinen Fall darf der Tee bitter schmecken. In diesem Fall nehmen Sie die Ziehdauer um ½ Minute zurück.

Gerade Japanische Tees sind meist sehr anregend und benötigen nur ca. ½  bis 1 Minute Ziehzeit.

Die Tasse soll klar und durchscheinend sein.

 

Aufguss

Im ersten Aufguss sind ca. 70-80% der wertvollen Inhaltsstoffe des Tees enthalten.

Je besser die Teequalität ist, desto mehr Aufgüsse lassen sich zubereiten. Gute Qualitäten sind deshalb nicht unbedingt teurer, da sie ergiebiger sind.

Wählen Sie eine eher kleine Kanne oder Bechertasse, und genießen Sie mehrere Aufgüsse in relativ kurzer Zeit auf. Längeres Stehen lassen der feuchten Blätter führt zu Oxidationsprozessen, wobei ein Teil der wertvollen Inhaltsstoffe verloren geht.

 

In Asien ist häufig zu beobachten:

eine etwas abgeänderte Vorgehensweise der Zubereitung. Vornehmlich, wenn es sich dabei um hochwertige Tees aus der  frühen Erntezeit handelt:

Der Tee wird wie oben beschrieben, in ein kleines Aufgussgefäß gegeben. Die Dosierung ist jedoch etwas höher als wir in der Regel mit 2 Gramm pro Tasse angeben.

Als Folge davon wählen Sie eine kürze Ziehzeit und haben dafür mehr Aufgüsse.

Als Anhaltspunkt schlagen wir vor:

1.     Aufguss: 30 Sekunden bis 1 Minute.

2.     Aufguss: 20 Sekunden

3.     Aufguss: 1 Minute

4.     Aufguss: 5 Minuten

5.     Aufguss: 10 Minuten

 

Die Werte bitte anpassen an Teesorte, Teemenge und Aufguss-Temperatur!

Jeder Aufguss hat seinen eigenen Geschmack und Charakter. Experimentieren Sie und finden Sie Ihre beste Ziehzeit für den jeweiligen Tee.                                                             

 

Die Herstellung

Grüntee wird aus derselben Pflanze gewonnen wie Schwarztee. Der Unterschied entsteht durch die Bearbeitung. Während Schwarztee gewelkt, gerollt und fermentiert wird, muss bei Grüntee genau dieser Fermentationsprozess (Oxidation des austretenden Zellsaftes mit Sauerstoff) verhindert werden. Dies geschieht durch kurzzeitiges Dämpfen (japanische Tradition)  oder Rösten (chinesische Tradition) der angewelkten Teeblätter.

Die Qualität des Tees ist abhängig von:

·         seiner Herkunft: Boden Klima, Höhenlage…

·         der Pflege des Teegartens:  Schnitt, Spritzen, düngen...

·         Pflückmethode: Hand- oder maschinelle Pflückung…

·         Pflückzeitpunkt:  Frühling, Sommer, Herbst

·         Verarbeitung:  Welken, Dämpfen/ Rösten, Sortieren, Trocknen…

 

Zweifellos liegen die Ursprünge des Tees in China. Alte chinesische Schriften berichten über die Nutzung von Grüntee als Heilmittel bereits 2700 Jahre vor unserer Zeitrechnung. Etwa im 6. Jahrhundert fand der Tee durch buddhistische Mönche den Weg nach Japan. Auch heute noch wird in diesen beiden traditionellen Tee-Ländern fast ausschließlich Grüntee getrunken.

Die Sortenvielfalt ist in beiden Ländern enorm!

 

In China finden wir Sorten mit kleinem drahtigem Blatt (Chun Mee, Yin Gou) oder spiralförmigem Blatt (Pi Lo Chun) ebenso wie großblättrige Tees (Tai Ping Huo Kui). Zu Rosetten gebunden (Mu Dan), flach gepresst (Lung Ching), zu Kugeln verarbeitet  (Silver Strawberry) und viele andere Varietäten mehr.

 

Japanische Tees sind weiter differenziert durch die verschiedenen Aussiebungen, durch teilweise oder ganze Beschattung der Teesträucher in den letzten Wochen der Wachstumsperiode.

Meist produzierte und getrunkene Blattsorte ist der Sencha. Sen bedeutet „einfaches Aufbrühen“, Cha heißt Tee. In der Regel wird 3 mal im Jahr geerntet. Dabei ist ein First Flush Sencha oder auch als Sencha No.1 bezeichnet, eben ein Tee aus der ersten Pflückperiode des Jahres.

Shincha ist Tee aus Blättern der ersten Pflücktage im neuen Jahr. 

Kabuse-cha ist ein Halbschattentee. Dieser Halbschatten wird erreicht durch Überziehen der  Büsche mit Netzen in den letzten Wochen vor der Ernte. Die Inhaltsstoffe im Blatt steigen dadurch deutlich an.

Gyokurobedeutet „ edler Tautropfen“, wobei hier die Sträucher voll beschattet werden durch Überdachung mit Strohmatten (auch an den Seiten der Teefelder). Dieser Vollschatten ist nur über einen begrenzten Zeitraum möglich. In den Teeblättern sammeln sich mehr süße und weniger bittere Inhaltsstoffe. Zu langes Beschatten ist mit dem Risiko des Verendens der Teebüsche verbunden. Ein voll beschattetes Teefeld lässt sich nur einmal im Jahr beernten und benötigt den Rest des Jahres zur Regeneration. Was sich natürlich auch im Preis wieder spiegelt.

Kuki-cha ist ein Tee aus Blattstängeln und Blattrispen mit dem für Japantee typischen Geschmack, jedoch weniger anregend. Ebenso weniger anregend ist der Bancha, ein großblättriger Tee aus dem Ende der jeweiligen Pflückperiode.

Daneben gibt es noch viele andere Spezialitäten, wie den Mecha (Blattknospentee), Matcha (pulverisierter Tee aus Tencha [siehe dazu spezielles Infoblatt] findet auch in der Teezeremonie Verwendung), Genmaicha (Bancha mit geröstetem Reis) Houjicha (gerösteter Tee)…

 

Grüntee und sein Wirkungsspektrum

Grüntee wirkt geistig anregend, steigert Konzentration und Ausdauer. Neben Vitamin C enthält er einen hohen Anteil an Vitamin B1, B2 und Vitamin E. Außerdem lösen sich durch die Wärmebehandlung mehr Polyphenole.  Deren Hauptbestandteil, dem sogenannten Epigallocatechingallat (EGCG), wird eine ganze Reihe von gesundheitsfördernden Eigenschaften zugesprochen. Darunter auch die Förderung der Elastizität der Kapillarwände im Gefäßsystem. Grüner Tee ist ein alkalisches Getränk, das der Übersäuerung entgegenwirkt.

Verschiedene Studien weltweit, belegen die gesundheitsfördernde Wirkung von Grünteegenuss.

 

Kontrolliert biologisch erzeugter Tee:

Teegärten, die ihre Produkte als biologisch erzeugte Ware auf den Markt bringen, unterstellen sich, durch Erwerb eines Ökozertifikats, der Kontrolle durch eine unabhängig arbeitende Öko-Kontrollstelle. Diese überwacht und berät die Erzeuger und Händler.

Innerhalb der EG müssen solche Waren der EU-Bio-Verordnung 834/2007 entsprechen:

·         Kein Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln

·         Kein Einsatz von leichtlöslichen Mineraldüngern

·         Weit gestellte Fruchtfolge und, soweit möglich, Öko-Saatgut

·         Ohne Gentechnik

 

Waren aus kontrolliert biologischem Anbau kennzeichnen wir mit „BIO"

 

 

Cha – Dô    Eine Schale Tee……   In meinen Händen halte ich eine Schale Tee.

Seine grüne Farbe ist ein Spiegel der Natur, die uns umgibt. Ich schließe meine Augen, und tief in mir drin finde ich die grünen Berge und das klare Wasser der Quellen. Ich sitze allein, werde still, und fühle, wie all dies ein Teil von mir wird. Was ist das wundervollste für Menschen, die wie ich dem Teeweg folgen? Meine Antwort: das Gefühl der Einheit von Gast und Gastgeber, geschaffen durch die „Begegnung von Herz zu Herz“, und das Teilen einer Schale Tee

Dr. Soshitsu Sen

 

 

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