Oolong Tee

Oolong oder Brauntee, wird traditionell in Taiwan und China produziert. In kleinerer Menge seit einiger Zeit auch in Indien und Sri Lanka. Es handelt sich dabei um einen teilfermentierten Tee (häufig auch als halbfermentierter Tee bezeichnet).

Die verschiedenen Grade der Fermentation sind abhängig von der Menge des ausgetretenen Zellsaftes. Je stärker das angewelkte Blatt gepreßt, gequetscht oder gedreht wird, umsomehr Zellen brechen auf, umsomehr Zellsaft tritt aus, umso stärker dann der Fermentationsgrad.

Sehr schön ist das zu sehen, wenn Sie das Blatt eines wenig fermentierten Tees nach dem Aufguss gegen das Licht betrachten: Sie sehen, dass nur die Blattränder an manchen Stellen braun verfärbt sind. Je stärker der Fermentationsgrad, umso mehr verfärbte Blattflächen.

Entscheidend ist natürlich, wie bei jeder anderen Teesorte auch, der Pflückzeitpunkt, sowie die Sorgfalt beim Pflücken und bei jedem weiteren Verarbeitungsschritt. Je nach Qualität hat Oolongtee eine Geschmacksvielfalt von  brotig-malzig, bishin zu feinen, blumigen Aormanoten. Die schwach fermentierten Sorten sind in der Regel blumig leicht und im Aufguss eher hell. Stärkere Fermentierung bewirkt eine vollmundigere und im der Farbe dunklere  und kräftigere Tasse. Edle Sorten werden  nur in kleineren Mengen angebaut oder von wilden Büschen geerntet, und dann vor allem noch in Handarbeit produziert. In Taiwan nehmen alljährlich  Teebauern an einem Wettbewerb teil. Dabei erhalten die besten Tees Auszeichnungen.Diese Tees sind sehr begehrt und im Preisgefüge eher im oberen Bereich angesiedelt.

Gong Fu Cha Teezeremonie

In China und Taiwan wird Oolong gerne nach der Gong Fu Cha Zeremonie zubereitet. Dazu findet meist ein schön gearbeiteter Teetisch aus Holz oder Bambus Verwendung. Es kann jedoch auch ein so genanntes Teeschiff aus Keramik sein. Die Kannen sind, ebenso wie die Teeschalen, für westliche Begriffe sehr klein.  Die Teeblätter  werden direkt in die vorgewärmte Kanne gegeben. In einer weiteren, größeren Kanne steht heißes Wasser bereit, womit die Teeblätter in der kleinen Kanne übergossen werden. Nach einer Ziehzeit von 2-4 Minuten wird der Tee von den Blättern getrennt, durch Umgießen in die  Ausgusskanne. Jetzt erfolgt das Eingießen in die bereitstehenden Trinkschalen (manchmal auch erst in die
Riechtasse, und dann in die Trinkschale). Dies wird sooft wiederholt, bis die Teeblätter erschöpft sind. Die Gong Fu Teezeremonie ist eine recht gesellige Angelegenheit und verbunden mit viel Austausch und Unterhaltung.

Zubereitung:
Nehmen Sie einen flachen bis gehäuften Teelöffel Teeblätter. Diese übergießen Sie mit nicht mehr ganz kochendem Wasser (möglichst kalkarm).
Ziehzeit: 3-4Minuten, dann die Blätter vom Aufguss trennen. Verwenden Sie einen Teefilter, dann achten Sie auf aufreichende Größe, damit die feinen Geschmacksstoffe des Tees sich dem Wasser mitteilen können. Bei entsprechender Teequalität können Sie die Teeblätter durchaus mehrfach aufgießen. Wählen Sie dazu eine eher kleiner Kanne, und genießen Sie die weiteren Aufgüsse zeitnah auf. Längeres Stehen lassen der feuchten  Blätter ist nicht empfehlenswert, da durch Oxidationsprozesse die Qualität leidet.


‚Bereite den Tee mit Wasser, geschöpft aus des Herzens Tiefe,
Dessen Grund unermesslich ist,
Dann wird es wahres Cha-no-yû (Teeweg) heißen’

                                                    Riikyû